VSPR-Mitgliederversammlung

Grosses Recycling-Potenzial im Bausektor!

Die diesjährige Mitgliederversammlung des Verbands Schweizer Plastic Recyler (VSPR) stand ganz im Zeichen der Kreislaufwirtschaft. Sika Schweiz AG in Sarnen war dabei diesjährige Gastgeberin für die Schweizer Kunststoffreyclingbranche.

Die über sechzig Teilnehmenden wurden von den beiden Referenten Roland Schweizer, Geschäftsbereichsleiter Sika Schweiz AG, und Christoph Fäh, Corporate Technology Head Thermoplastic Systems Sika Technology AG, über das Thema Recycling in der Baubranche informiert. Dabei wurde deutlich, dass Nachhaltigkeit bei Sika, einem global tätigen Unternehmen einen hohen Stellenwert geniesst. Das ist auch so in der Sika Strategie 2028 verankert. Ein Pilotprojekt ist dabei das Recyceln von Kunststoffmembranen im Dachbereich. Für Sika ist die Zusammenarbeit mit dem VSPR so wichtig, dass sie sich während der Sitzung zu einer Mitgliedschaft im Verband entschieden.

Das Statement von Christoph Fäh verdeutlicht diese Haltung: «Im Bauwesen bietet die Kreislaufwirtschaft ein enormes Potenzial, Emissionen durch Bauabfälle und Rückbauaktivitäten zu reduzieren.»

Kunststoffe sollen kreislauffähig werden

Das anschliessende Referat von Michel Monteil (ehemaliger Leiter des BAFU für die Abteilung «Abfälle und Rohstoffe) unterstrich seine Haltung, dass die Kunststoffe das Potenzial hätten, kreislauffähig zu werden. Michel Monteil, welcher erst gerade am 19. März 2024 zum Präsidenten des SVUT (Schweizer Verband für Umwelttechnik, Verband ist Mitglied beim VSPR) gewählt worden war, begrüsste die Initiative der Sika auf diesem Gebiet und ermunterte die Firma, daran weiterzuarbeiten: «Aufgrund der aktuellen politischen Lage ergeben sich grosse Chancen für Kunststoff-Sammlungen», sagte Michel Monteil. «Die «Motion Dobler» (20.3695) muss erfüllt werden und eine flächendeckende Kunststoffsammlung wird Realität werden.» Gut für die Recyclingbranche sei auch der Art. 32a des neuen Umweltschutzgesetzes (USG), wonach der Bundesrat in Zukunft Branchenorganisationen anerkennen könne. Dafür ist die Erfüllung zweier Regeln notwendig: 50% der Marktteilnehmer müssten sich beteiligen und 70% vom inländischen Markt müsse abgedeckt sein. «Die Umsetzung stellt sicher, dass nicht ein einzelner Marktteilnehmer aufgrund seines Marktanteils die Branchenvereinbarung blockieren kann.»

Bei der Verwertung von Kunststoffabfällen auf dem Bau gibt es bereits eine gesetzliche Grundlage. Denn der Art. 17 Abs. 1 der VVEA (Verordnung über die Vermeidung und Entsorgung von Abfällen) besagt, dass Kunststoffabfälle von Baustellen verwertet werden müssten. Die Kantone seien in der Pflicht, diesen Artikel besser umzusetzen. Monteil zieht folgendes Fazit: «Kunststoffe stellen also keinen Widerspruch zur Kreislaufwirtschaft dar, sondern sind wichtige Ressourcen, die es kreislauffähig zu gestalten und nicht zu verteufeln gelte».

Über 900 Gemeinden sammeln Kunststoffe

Esther Thiébaud DSS+ als neutrale und externe Monitoringorganisation präsentierte die Kunststoffmengenströme des Jahres 2023: Im vergangenen Berichtsjahr haben VSPR lizenzierte Systeme zusammen rund 11’500 Tonnen gesammelt. Dies entspricht einer Steigerungsrate von 8 Prozent. Über 900 Gemeinden sind an die zertifizierte Sammlung von gemischten Kunststoffabfällen aus Haushalten angeschlossen. Neu sind die Sammelgebiete der Schweiz auf einer interaktiven Karte abrufbar.

Aus einem Verein wird ein Verband

VSPR-Präsident Kurt Röschli eröffnete die formelle Mitgliederversammlung. Die Geschäfte wurden einstimmig genehmigt und dem Vorstand und der Geschäftsführung Decharge erteilt. Mit einer grossen Mehrheit wurde der Namens-Wechsel mit Statutenänderung «vom Verein zum Verband» genehmigt. Das Kürzel VSPR bleibt. Mit dem Namens-Wechsel wird dem steigenden Stellenwert der Branchenorganisation mit neu 52 Mitgliedern Rechnung getragen.

Neue Geschäftsstelle

Der Sitz der Geschäftsstelle des VSPR wird neu von Olten (SO) nach Bazenheid (SG) verlegt. Ab 1. April 2024 führt der Zweckverband Abfallverwertung Bazenheid (ZAB) neu die VSPR-Geschäftsstelle. Neuer Geschäftsführer des VSPR ist Urs Corradini. Michèle Beerli stellvertretende Geschäftsführerin, ist die neue Leiterin Marketing / Kommunikation. Wir gratulieren den neuen Verantwortlichen zu ihrer Position und freuen uns auf die Zusammenarbeit mit dem Zweckverband! Die VSPR-Geschäftsstelle hat folgende neue Adresse:

Verband Schweizer Plastic Recycler
Zwizachstrasse 26
9602 Bazenheid
Tel. Nr. 077 423 06 16 

urs.corradini@plasticrecycler.ch
michele.beerli@plasticrecycler.ch

Von links: Christoph Fäh, Urs Corradini, Michèle Beerli, Kurt Röschli

Mit grosser Akklamation wurden alle bisherigen Vorstandsmitglieder inklusive des Präsidenten wiedergewählt. Nach den formellen Traktanden wurde die Arbeit der scheidenden Geschäftsführerin Simone Hochstrasser, welche sie von 2017 bis 2024 für den Verband geleistet hatte, mit einer engagierten und ehrenvollen Würdigung von Markus Tonner und Kurt Röschli und einem Applaus von den Mitgliedern und Teilnehmenden verdankt.

Nach der Mitgliederversammlung hatten die Teilnehmenden die Gelegenheit die Sika Scheiz AG in Sarnen zu besuchen. Dort erwartete sie eine spannende Werksführung durch deren Produktionsanlagen. Jährlich werden in Sarnen beeindruckende Mengen an Dachmembranen produziert, welche ein grosses Potenzial für das Recycling im Bau darstellt.

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Fotos

Datum

Donnerstag, 4. April 2024
09.00 Uhr – 14.30 Uhr

Veranstaltungsort

Hotel Metzgern
Dorfplatz 5
6060 Sarnen