Mach was draus! Mit einem Plastik-Label gegen die Plastik-Krise

Plastik bewegt, Plastik gibt zu denken. Plastik ist aber auch ein wertvoller Rohstoff, vielseitig anwendbar und so gesehen eine Art Wunderwaffe. Doch es gibt auch Schattenseiten. Deshalb soll Plastik so weit als möglich reduziert und der Rest so weit als möglich recycelt werden. Wie geht das? Nur via Konsumentinnen und Konsumenten! Für sie soll es möglichst einfach sein, Wertstoffe zu trennen und korrekt zu entsorgen, aber auch zu wissen, was mit ihrem Plastik passiert, wie und wo er verwertet wird.

Zu diesem Zweck stellte der Verein Schweizer Plastic Recycler am 26. November in der «Verwert-Bar» im juraLAB ein neues Konsumentenlabel für gemischte Kunststoffsammlungen vor. Konsumentinnen und Konsumenten sollen erfahren, was mit ihrem in der Schweiz gesammelten Haushaltsplastik passiert und wieviel davon stofflich verwertet wird. In Zukunft veröffentlicht der in Olten domizilierte Verein dazu regelmässig Fakten und Ergebnisse. Die Behandlung der Stoffströme muss zum Beispiel innerhalb des europäischen Wirtschaftsraums erfolgen. Dass dieses Kriterium und andere eingehalten werden, sorgt eine unabhängige Kontrollstelle. Die Methode zur Überprüfung und Zertifizierung hat die Empa entwickelt. Ab Anfang 2020 testen Systembetreiber von Kunststoffsammelsäcken das neue Label.

Am rege besuchten Abendanlass stellte Michael Gasser von der Empa nun die wichtigsten Inhaltspunkte des Prüfsystems vor. Danach haben führende Wissenschaftler das Thema Plastik weiter unter die Lupe genommen: Zhanyun Wang von der ETH präsentierte «Clean Cycle Project», eine mehrjährige Studie zur Erforschung der gesundheitlichen Auswirkungen und der Modellierung von Stoffflüssen anhand des Gefahrenpotenzials von Plastik. Laura Iten vom Umweltberatungs-Unternehmen Quantis zeigte mit ihrem Projekt «Plastic Leak Project» eine Methode zur Quantifizierung des Schadenpotenzials von Plastik entlang der Wertschöpfungskette auf. Schliesslich machte Gerold Schatt vom Lebensmittelunternehmen Emmi die Besucher auf PRISMA aufmerksam, eine Innovationsplattform zur Optimierung von Verpackungen und Wertstoff-Sammelkreisläufen. Kurzpräsentationen, so genannte «Elevator-Pitches» von Startups mit Kreislauf-Geschäftsideen umrahmten die Referate. Am Apéro kamen die Besucher unter anderem zum Genuss von Gemüse der Initiative Relokal aus Olten, verarbeitet vom Cateringservice des Altersheimes Stadtpark.

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